HSV: Eine Hinrunde mit Höhen und Tiefen in der TAG24-Einzelkritik

Hamburg - Der Hamburger SV hat die Hinrunde in der 2. Bundesliga auf dem zweiten Tabellenplatz abgeschlossen - dennoch lief nicht alles wie gewünscht. Die TAG24-Hinrundenbilanz.

Das HSV-Tor: Daniel Heuer Fernandes agierte überragend

HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes (29) hatte allen Grund zum Jubeln: Der Schlussmann spielte eine überragende Hinrunde.
HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes (29) hatte allen Grund zum Jubeln: Der Schlussmann spielte eine überragende Hinrunde.  © imago/Nordphoto

Daniel Heuer Fernandes (29)

Die Hinrunde des Keepers lässt sich in einem Wort zusammenfassen: überragend! Der 29-Jährige leistete sich so gut wie keine Fehler, packte dafür die ein oder andere Weltklasse-Parade aus. Auch fußballerisch überzeugte "Ferro" wieder.

Matheo Raab (23)

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Der Neuzugang des 1. FC Kaiserslautern kam lediglich zu einem Einsatz – ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub.

Bei dem 1:1 machte er seine Sache gut, doch auf weitere Spielminuten kann er angesichts der Leistungen von Heuer Fernandes nicht hoffen.

Die HSV-Innenverteidigung: Möglicher Doping-Skandal um Mario Vuskovic könnte seine Karriere zerstören

Innenverteidiger Mario Vuskovic (21, l.) spielte eine gute Hinrunde, die durch seinen positiven Dopingtest aber in den Hintergrund rückte.
Innenverteidiger Mario Vuskovic (21, l.) spielte eine gute Hinrunde, die durch seinen positiven Dopingtest aber in den Hintergrund rückte.  © Christian Charisius/dpa

Sebastian Schonlau (28)

Der Kapitän ging in der Innenverteidigung mit Leistung voran und wurde schmerzlich vermisst, als er nach seiner Roten Karte im Stadtderby (0:3) beim FC St. Pauli einige Spiele zuschauen musste. Ohne ihn ist die HSV-Defensive eine andere.

Mario Vuskovic (21)

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Der junge Kroate zeigte an Schonlaus Seite gute Leistungen, konnte den 28-Jährigen aber nicht wirklich ersetzen, als es darauf ankam. Vor wenigen Tagen kam dann der positive Dopingtest ans Licht, der von jetzt auf gleich seine Karriere zerstören könnte.

Jonas David (22)

Der 22-Jährige kam an Schonlau und Vuskovic nicht vorbei und stand nur dreimal in der Startelf. Als er seine Chance bekam, konnte er sie nicht nutzen und die Rothosen wurden zur Schießbude. Sein "Glück" könnte Vuskovic' Sperre sein.

Die HSV-Außenverteidigung: Miro Muheim und Moritz Heyer fehlte die Konstanz

Bei Linksverteidiger Miro Muheim (24, l.) gab es in der ersten Saisonhälfte Licht, aber auch viel Schatten. Dem 24-Jährigen fehlt die Konstanz.
Bei Linksverteidiger Miro Muheim (24, l.) gab es in der ersten Saisonhälfte Licht, aber auch viel Schatten. Dem 24-Jährigen fehlt die Konstanz.  © Daniel Karmann/dpa

Miro Muheim (24)

Die Hinserie des Schweizers glich einer Achterbahnfahrt: Mal überzeugte der Linksverteidiger komplett, mal leistete er sich kapitale Aussetzer. Muheim muss dringend konstanter werden, wenn er unumstritten sein will.

Tim Leibold (28)

Der Vize-Kapitän war hinter Muheim nur die zweite Wahl auf der linken Abwehrseite und kam lediglich zu vier Einsätzen. Immerhin: Alle vier Partien gewannen die Hanseaten. Die zweite Hinrunden-Hälfte verpasste der 28-Jährige aufgrund eines Muskelfaserrisses.

Moritz Heyer (27)

Der Allrounder spielte weniger überzeugend als in den vergangenen Jahren, hatte immer mal wieder Aussetzer in seinem Spiel. Dennoch war er als Rechtsverteidiger gesetzt, bis ihn ein Außenbandanriss außer Gefecht setzte.

William Mikelbrencis (18)

Der junge Franzose bekam nach Heyers Aus seine Chance und zeigte durchaus gute Ansätze. Zuletzt setzte Coach Tim Walter (47) hinten rechts aber lieber auf Ransford-Yeboah Königsdörffer (21). Dem 18-Jährigen gehört die Zukunft.

Die Talente Valon Zumberi (19) und Bent Andresen (19) standen jeweils lediglich eine Minute auf dem Platz.

Das HSV-Mittelfeld: Laszlo Benes entwickelte sich zum Leistungsträger

Neuzugang Laszlo Benes (25) entwickelte sich nach schwachem Saisonstart und Verbannung auf die Bank im Laufe der Hinrunde zum Leistungsträger.
Neuzugang Laszlo Benes (25) entwickelte sich nach schwachem Saisonstart und Verbannung auf die Bank im Laufe der Hinrunde zum Leistungsträger.  © Swen Pförtner/dpa

Jonas Meffert (28)

17 Einsätze, 17-mal Startelf: Gesetzter als der defensive Mittelfeldspieler könnte man nicht sein. Der 28-Jährige ist ganz wichtig für die Balance im Spiel der Hamburger, auch wenn er sich hier und da den ein oder anderen unnötigen Ballverlust leistete.

Ludovit Reis (22)

Für sein noch junges Alter ist der Niederländer schon extrem konstant in seinen Leistungen. Wie in der vergangenen Spielzeit überzeugte der 22-Jährige durch Einsatz- und Laufbereitschaft, sammelte zudem fünf Scorerpunkte. Der Lohn: Vertragsverlängerung bis 2026.

Laszlo Benes (25)

Der Neuzugang von Borussia Mönchengladbach schwächelte zu Saisonbeginn und fand sich schnell auf der Bank wieder. Im Laufe der Hinrunde spielte er sich jedoch wieder in die Startelf und entwickelte sich mit fünf Torbeteiligungen an den letzten fünf Spieltagen zum Leistungsträger.

Das offensive HSV-Mittelfeld: Sonny Kittel lief seiner Form hinterher

Der in der vergangenen Saison so starke Sonny Kittel (29, M.) konnte bisher nicht an diese Leistungen anknüpfen und wird von vielen inzwischen kritisch gesehen.
Der in der vergangenen Saison so starke Sonny Kittel (29, M.) konnte bisher nicht an diese Leistungen anknüpfen und wird von vielen inzwischen kritisch gesehen.  © Marcus Brandt/dpa

Anssi Suhonen (21)

Nach seinem Wadenbeinbruch ist der junge Finne noch nicht wieder in der Form der vergangenen Spielzeit. In seinen sieben (Kurz-)Einsätzen zeigte der 21-Jährige wie immer unermüdlichen Einsatz, hatte das Glück aber nicht auf seiner Seite.

Sonny Kittel (29)

Der 29-Jährige läuft seiner Bestform hinterher und ist längst nicht mehr unumstritten. Fünf Assists und kein einziges Tor sind einfach zu wenig für einen Spieler mit seinen Fähigkeiten. Möglicherweise hängt ihm sein geplatzter Wechsel in die USA noch nach?

Nachwuchshoffnung Omar Megeed (17) kam aufgrund eines Mittelfußbruches ebenfalls nur zu einem 60-Sekunden-Einsatz.

Der HSV-Angriff: Jean-Luc Dompé entpuppte sich als echte Verstärkung

Flügelflitzer Jean-Luc Dompé (27, M.) begeisterte mit viel Tempo und seinen Qualitäten im Eins-gegen-eins.
Flügelflitzer Jean-Luc Dompé (27, M.) begeisterte mit viel Tempo und seinen Qualitäten im Eins-gegen-eins.  © Christian Charisius/dpa

Jean-Luc Dompé (27)

Der Franzose entpuppte sich als echte Verstärkung: Vor und nach seinem Außenbandanriss begeisterte der Linksaußen mit viel Tempo und seinen Qualitäten im Eins-gegen-eins. Fünf Vorlagen sind stark, aber der 27-Jährige könnte noch ein wenig öfter selbst aufs Tor schießen (ein Treffer).

Filip Bilbija (22)

Die Verpflichtung des 22-Jährigen aus Ingolstadt erschließt sich bis dato noch nicht: Der Außenstürmer stand ganze 51 Minuten auf dem Platz, blieb dabei ohne Tor und Vorlage. Unter Walter ist der gebürtige Berliner ganz klar zweite Wahl.

Ransford-Yeboah Königsdörffer (21)

Der Deutsch-Ghanaer spielte eine gute erste Saisonhälfte für die Hanseaten und steuerte fünf Treffer bei. Zuletzt lief der gelernte Flügelspieler als rechter Verteidiger auf. Das klappte mal richtig gut, mal weniger. Zu seiner Enttäuschung reichte es nicht für die WM-Nominierung.

Bakery Jatta (24)

Aufgrund von Verletzungen kam der Gambier nur zu acht Einsätzen. In diesen agierte der 24-Jährige mal überragend, mal stümperhaft. Dennoch fiebern Trainer und Fans seiner Rückkehr entgegen.

Der HSV-Angriff: Robert Glatzel ballerte sich an die Spitze der Torschützenliste

Das gefährlichste Grinsen der Liga: Mittelstürmer Robert Glatzel (28, 2.v.r.) ballerte sich in der Hinrunde mit elf Treffern an die Spitze der Torschützenliste.
Das gefährlichste Grinsen der Liga: Mittelstürmer Robert Glatzel (28, 2.v.r.) ballerte sich in der Hinrunde mit elf Treffern an die Spitze der Torschützenliste.  © Friso Gentsch/dpa

Xavier Amaechi (21)

Nach einer sehr guten Vorbereitung und einem gelungenen Saisonstart beim 2:0 gegen Eintracht Braunschweig setzte ihn eine Knöchelverletzung außer Gefecht. Danach kam der 21-Jährige über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus.

Tom Sanne (18)

Das Nachwuchstalent stand nur zehn Minuten auf dem Platz, zeigte in dieser kurzen Zeit aber, was für Qualitäten er hat. Gleich bei seinem ersten Einsatz erzielte er sein Debüt-Tor für die Rothosen – vielversprechend!

Robert Glatzel (28)

Was soll man über den 28-Jährigen noch sagen? Der Mittelstürmer ist der absolute Fixpunkt in der HSV-Offensive und mit elf Treffern der beste Torschütze der 2. Liga. Wie seine Kollegen Heuer Fernandes und Schonlau ist er unverzichtbar.

Ogechika Heil (21) war verletzungsbedingt nur einmal im Einsatz.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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